Grüne spenden an fair childhood

In vorweihnachtlicher Spendierlaune befand sich der Rottendorfer Ortsverband von Bündnis90/DieGrünen. Mit dem Drachenfest war ein Grundstock gelegt und auch eine Zielsetzung erfolgt: Das Geld sollte auf jeden Fall Kindern zugutekommen. Die Fraktion beschloss, den Betrag großzügig nach oben aufzurunden, es fanden sich noch Spenden von Mitgliedern. So stand die Summe von einhundert Euro zum Verschenken bereit.

Intensiv setzte man sich damit auseinander, wer davon profitieren sollte. Kinder. Gut, davon gibt es weltweit ziemlich viele. Zunächst lag im Wortsinn nahe, die Spende regional einzusetzen. Fair gehandeltes Spielzeug für Kindergärten? Aber, ehrlich gesagt, haben die, wenn nicht alles, so doch ausreichend. 

Fair-such zu helfen

Wo also besteht Bedarf? Echte Bedürftigkeit? Im Hinterkopf schwirrte noch immer der Gedanke, in ein faires Projekt zu investieren. Schließlich bleibt Rottendorf weiterhin als Fair Trade Town zertifiziert. Teile der grünen Fraktion sind in diesen Prozess unmittelbar und persönlich eingebunden, es ist eine grüne Herzensangelegenheit.

So verfiel man auf die Idee, fair und Kind zu verbinden und fand die GEW-Stiftung „fair childhood“, die sich Bildung statt Kinderarbeit auf die Fahnen geschrieben hat und auch mit der Fair Trade Kampagne zusammenarbeitet. Der Grundgedanke, dass die Kinder nicht arbeiten müssen, sondern die Schule besuchen können, wenn ihre Eltern für ihre Arbeit anständig entlohnt werden, wird hier in die Praxis umgesetzt.

Kinderarbeit- knallhartes Los

Kinderarbeit nimmt leider wieder zu. Aktuell sind weltweit etwa 160 Millionen Minderjährige davon betroffen – das ist fast zweimal die Bevölkerung der Bundesrepublik. Oder anders ausgedrückt, muss jedes zehnte Kind arbeiten. Nicht mal den Tisch decken oder das Zimmer aufräumen, sondern richtig hart schuften. 

Häufig auch unter katastrophalen gesundheitlichen Bedingungen. In der Landwirtschaft, im Bergbau, in der Textilindustrie und, und, und. So manches Mal sind die kleinen Menschen giftigen Substanzen (beispielsweise Pestiziden) ausgesetzt. Der kindlichen Entwicklung nicht gerade zuträglich! Eine nicht unerhebliche Anzahl von Kindern und Jugendlichen wird gar gehalten wie Sklaven! Ohne jedwede Rechte, ohne irgendetwas, das sich auch nur im entferntesten als Menschenwürde bezeichnen ließe.

Was kann ich tun?

Wir profitieren, weil bei uns gewisse Produkte dadurch ausgesprochen erschwinglich sind. Oft genug ist uns gar nicht klar, wessen Schweiß und Blut in dem netten Stück stecken, das wir gerade erwerben. Derzeit müssen Lieferketten noch nicht offengelegt werden. Wir können uns im eigenen Land dafür einsetzen, dass hier eine Verbesserung erfolgt. 

Vor Ort kämpfen Hilfsorganisationen, Gewerkschaften und Kirchen für eine bessere Welt. Sie kreieren allerlei Projekte, bauen Schulen, garantieren Mindestvergütungen und so fort. Diese kann man unterstützen – moralisch, öffentlichkeitswirksam, finanziell. Und auch mit Bewusstheit und Aufmerksamkeit, indem man immer wieder fragt, woher ein Produkt stammt. Auch indem man konsequent dort nicht kauft, wo Kinder ausgebeutet werden.

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