KV Würzburg - Land

Aufgrund einer Einladung Kreistagsfraktion der GRÜNEN Würzbrug Land für Kreis- und Gemeinderäte kamen 25
Interessierte zu einer Biberführung am 17.5.2017 nach Mühlhausen. Kreisrat Christoph Trautner stellte fest dass die Wiederansiedlung des geschützten Tieres eine einzigartige Erfolgsgeschichte darstellt.

1867 war der letzte Biber in Deutschland getötet worden. Begehrt war sein sehr dichtes Fell und sein schmackhaftes Fleisch das auch zur Fastenzeit gegessen werden durfte weil der Biber wegen seines Schwanzes zu den Fischen gezählt wurde. Heute sind der Biber und seine Bauten geschützt und nur die Untere Naturschutzbehörde darf Eingriffe zulassen.

In Bayern hat er sich flächendeckend an den Gewässern ausgebreitet- es gibt 1600 Tiere - und er besiedelt von hier aus auch Reviere in Tschechien und Österreich. Im Landkreis Würzburg kommt er an der Pleichach der Kürnach dem Thierbach der Gollach der Tauber und dem Main und einigen anderen Gewässern vor. Eine genaue Anzahl der Reviere kann bei dem scheuen Nachttier aber nicht festgestellt werden.

Da der Biber keine natürlichen Feinde wie Bär oder Wolf hat muss der Mensch regulierend eingreifen. Dies regelt Herr Dr. Ulrich Gauer als Biberbeauftragter von der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt Würzburg. Er zeigte in Mühlhausen die mächtigen Dämme den großen Biberbau und erklärte die Schutzmaßnahmen die ergriffen wurden weil Überschwemmungen der Äcker erfolgt waren.

Das Bayerische Bibermanagement sorgt für fachkundige Beratung Präventionsmaßnahmen wie Drahthosen an wertvollen Bäumen oder die Überwachung von Dämmen sowie den Schadensausgleich. Nach Möglichkeit werde immer versucht einen mindestens 5 Meter breiten Uferstreifen zu renaturieren weil dort am häufigsten
Schäden auftreten können.

Problematisch sei auch die Unterminierung von Wegen und Äckern. Denn meist wohnt der Biber nicht in oberirdischen gut sichtbaren Bauen sondern er gräbt bis zu 20 Meter lange Röhren mit einem Wohnkessel die mit dem Gewässer verbunden sind. Dort können dann schwere landwirtschaftliche Maschinen einbrechen.

Herr Mörschle von der Unteren Naturschutzbehörde stellte die Leistungen des Bibers heraus. Er reguliert durch seine Dämme den Wasserhaushalt und sorgt dafür dass der Grundwasserspiegel angehoben wird. Gerade im unterfränkischen Trockengebiet ist es besonders wichtig dass das Wasser möglichst lange gehalten wird. Er ist der billigste Wasserbauer und er sorgt dafür dass selten gewordene Feuchtgebiete geschaffen werden. Dort kann sich dann eine neue Artenvielfalt entfalten. Sie bietet Lebensraum für seltene Pflanzen  und Tiere wie den Eisvogel die Fischotter oder den Schwarzstorch.

Der Biber ist ein reiner Vegetarier verschmäht aber nicht Rüben und Mais wenn sie in Gewässernähe angebaut werden. Im Winter fällt er Bäume und frisst die Rinde oder Weiden. Mädelsüß ist seine Lieblingsspeise aber auch Brennnesseln und  Gräser. Er hält keinen Winterschlaf und ist in seinem Bau und mit seinem dichten Fell gut geschützt.

Die Bürgermeisterin von Estenfeld Frau Rosi Schraut wies die Naturschutzbehörde auf den Flutgraben hin der durch die Aufstauungen gefährdet sei. Bezirksrat Gerhard Müller stellte zum Schluss übereinstimmend fest dass sowohl die Naturfreunde als auch die anwesenden Landwirte sehr viel durch diese Führung dazu gelernt hätten und dass man diese fachkundige Führung gerne nächstes Jahr wiederholen sollte.


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