KV Würzburg - Land

Bürger diskutieren mit der Landtagsabgeordneten Kerstin Celina über Europa im Naturfreundehaus

Ein wunderbarer Tag um über die Zukunft Europas zu sprechen. Der Regen der Vortage hatte aufgehört und die Sonne beschien den idyllischen Biergarten des Naturfreundehauses. Mit Blick auf die bevorstehende Europawahl am 26.05.2019 hatten die Veitshöchheimer Grünen zu Kaffee und Kuchen geladen und boten den Gästen die Gelegenheit mit der Landtagsabgeordneten Kerstin Celina über Positionen grüner Politik zu diskutieren.

Günter Thein und Christina Feiler, die Initiatoren des Treffens, begrüßten die Gäste und stellten die Politikerin vor. Kerstin Celina stammt aus dem nahegelegenen Kürnach, ist Kreisrätin, Gemeinderätin und Abgeordnete im Bayerischen Landtag. Gerade kommt sie von einer Veranstaltung der Kürnacher Feuerwehr, bei der sie sich seit siebzehn Jahren engagiert.

Bevor es aber zum Gespräch kommt, umreißt Celina die Eckpunkte grüner Europapolitik. Sie unterstreicht die Bedeutung des Staatenbundes für die friedliche Entwicklung des Kontinents seit mehr als siebzig Jahren, legt aber auch den Finger in die Wunde, wenn sie von den unterschiedlichen Strömungen spricht, die aktuell an dem Zusammenhalt zerren.

Insbesondere die erst nach dem Fall des Eisernen Vorhangs hinzugestoßenen Staaten des Ostens müssen stärker mit ihren Problemen wahrgenommen und integriert werden. Gleichzeitig aber gilt es, sich von Wortführern wie Victor Orban deutlich abzugrenzen und dem Ungarn keine Bühne für seine antidemokratischen Bestrebungen zu geben. Das Liebäugeln mit Orbans Politik hat die CSU, allen voran deren Gallionsfiguren Seehofer und Söder, als Vertreter einer egoistischen, allein an nationalstaatlichen Interessen orientierten Machtpolitik entblößt.

Der Rückfall in nationalstaatliches Denken aber ist die zweite große Bedrohung des europäischen Gedankens. Eine Partei wie die AfD vertritt diese Entwicklung in Deutschland. Ein Blick auf die Geschichte zeigt, wie sich die AfD zunächst als Sprachrohr EU-skeptischer Ökonomen etablierte. Heute aber ist die AfD ein gefährliches Sammelbecken für jede Art europafeindlicher Gesinnung. In wahlloser Verbrüderung mit nationalstaatlich gesinnten Parteien führt sie nun auf internationaler Ebene ihr Konzept destruktiver Konsensverweigerung fort.

Mit diesem Kurzdurchlauf durch die jüngere Geschichte Europas stellt Celina die Probleme der Durchsetzung europäischer Politik und eines durch die westliche Geschichte geprägten Wertekanons in den Vordergrund. Auf die Darlegung der ohnehin viel diskutierten Details grüner Umweltpolitik verzichtet sie. Doch kommt sie ins Schwärmen, als es um die Frage des umweltpolitischen Engagements der Jugendlichen geht. Fridays for Future sei zwar der große Magnet, der viele Jugendliche anzöge. Aber deren Engagement erschöpfe sich bei weitem nicht mit dem Demonstrieren. Das Interesse an direkter Einflussnahme sei groß. Sie freut Sich schon auf den Abend. Da findet in Würzburg eine Veranstaltung mit dem jüngsten grünen Landtagsabgeordneten, Florian Sieckmann, zu Europa statt, an der sie teilnimmt.

Einen Stimmenanteil von 20%, das ist das Ziel der Grünen bei der Europawahl. Klingt gut – und sollte nach dem Eindruck an diesem Tag auch machbar sein.


/Pressemitteilung


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