KV Würzburg - Land

Die grünen Ortsgruppen Rottendorf und Theilheim/Randersacker/Gerbrunn haben zu einer Fahrt ins Flatterhaus Hellmitzheim mit fachkundiger Führung durch den Fledermausbeauftragten, Christian Söder, eingeladen. Im Dachgeschoss des liebevoll restaurierten Fachwerkhauses aus dem 16. Jahrhundert verbirgt sich frei zugänglich eine Ausstellung rund um die heimischen Fledermäuse.

Aberglauben und Angst

Ihr Blut wurde in Gewehrkugeln gegossen, um deren Treffsicherheit zu erhöhen, weil die Tiere sich so sicher bewegen. Über die Tür genagelte Fledermäuse sollten böse Geister fernhalten. In den Flugsalben der Hexen durften sie als Zutat nicht fehlen. Fledermäuse dienten Graf Dracula, der übrigens in Kitzingen begraben sein soll. Diese dunklen, nachtaktiven Tiere lösen allerlei Urängste aus, einzig Batman lässt sie als Helden erglänzen.

Mit der Fledermaus durchs ganze Jahr

Wenn die Fledermaus im Frühjahr aus dem Winterschlaf erwacht, hat sie Hunger, dann braucht sie Insekten, Spinnen und Käfer in großer Anzahl, um wieder zu Kräften zu kommen. Im Sommer ziehen sich dann die alleinerziehenden Mütter gemeinsam in eine gemütlich warme Kinderstube zurück, wo sie jede ein Junges aufziehen. Im Herbst paaren sie sich und fressen sich Winterspeck an, um schließlich in kühlen Höhlen alle Körperfunktionen runterzuregeln.

Vom Aussterben bedroht

Wie lange gibt es Fledermäuse? Es darf geraten werden. Der Fledermausbeauftragte zieht die Replik einer Versteinerung, die man in der Grube Messel gefunden hat, aus dem Rucksack. Alter circa 50 Millionen Jahre! Seit den 1960-er Jahren sind Fledermäuse in ihrem Bestand stark gefährdet. Sie waren 50 Millionen Jahre lang erfolgreich im Überleben, aber wir Menschen rotten sie in wenigen Jahrzehnten nahezu aus.

Jeder kann etwas zur Rettung beitragen

Sofort wird Herr Söder wissbegierig mit Fragen bestürmt, was wir denn tun können, um diese besonderen Säugetiere zu retten. Er ist der Profi, auf seinem Dachboden lebt eine Kolonie graue Langohren. Unermüdlich erklärt er:

- Fledermäuse trifft das Insektensterben hart, genau wie Vögel. Ohne die Kleintiere müssen sie verhungern. Gifte, „aufgeräumte“ Gärten und vernichtete Pflanzenvielfalt reduzieren Insekten, Spinnen und Käfer. Wer hier umdenkt, hilft unmittelbar.

- Fledermäuse brauchen Strukturen in der Landschaft, um sich im Flug orientieren zu können. Mit unseren aufgeräumten Fluren ohne Streuobstwiesen und Hecken kommen sie nicht klar. Wenn man diese Gehölze wieder anlegt, unterstützt man sie.

- Fledermäuse benötigen warme Dachstühle oder Baumhöhlen als Kinderstuben. Die Säuglinge erfrieren ohne aufgeheizte Holzhöhlen, während die Mütter nachts Futter suchen. Wer den Dachboden zugänglich macht oder einen Fledermauskasten anbietet, kann zur Rettung beitragen. (Man braucht Geduld, bis sie einziehen.)

- Fledermäuse fliegen erst aus, wenn es dunkel ist. Nächtliche Beleuchtung lässt sie auf dem Dachboden ausharren, wo sie verhungern und verdursten. Wenn wir also den Dachboden nachts dunkel halten, helfen wir ihnen zu überleben.

- Fledermäuse meiden das Licht. Insekten, die eine Straßenlaterne umflattern, sind für sie meist verloren. Im übrigen paaren sich diese Insekten nimmer und sterben; im nahen Garten, auf dem Feld etc. fehlen sie hingegen. Wenn wir nachts Lichter ausschalten und andere Kelvinzahlen wählen (oranges Licht), dann werden sie nimmer angezogen und stehen wieder dem ökologischen Kreislauf zur Verfügung.

- Fledermäuse halten keine Holzschutzmittel aus. Wir Menschen ebenfalls nicht. Da sind zum Glück die schlimmsten bereits lange verboten.

Manches muss man einfach nur wissen, damit man sich naturgemäß verhalten kann. Eigentlich brauchen die aufgezählten Maßnahmen nicht einmal ein Gesetz, denn wir alle können unseren kleinen Beitrag leisten.

Aber die Tiere machen doch Schmutz! Tatsächlich lassen sie ihren Kot fallen. Die grüne Zuhörerschar durfte daran riechen und fühlte sich an Weihrauch erinnert. Es liegen auch die Reste der Mahlzeiten (Chitinpanzer, Fühler, Beinchen…) unter der Kolonie. Aber auf welchem Dachboden sammelt sich nicht Schmutz an, den man von Zeit zu Zeit wegkehren muss? Hand aufs Herz: Was stört ein bisschen Dreck, wenn man damit eine Art erhalten kann? Zumal es sich um sehr hochwertigen Dünger handelt. Und man lernt dabei noch das eine oder andere dazu.

 

Die GRÜNEN in Gerbrunn haben einen neuen Ortsvorstand gewählt: Bestätigt wurde der selbständige Neuropsychologe und Vorsitzende Gerhard Müller der erst vor kurzem auch als Bezirkstagsdirektkandidat der GRÜNEN im Kreisverband Würzburg-Land nominiert wurde. Müller hatte im März 2009 den Anstoß gegeben einen neuen Ortsverband in Gerbrunn zu gründen. Seither haben die Grünen in Gerbrunn einiges auf die Beine gestellt vor allem Veranstaltungen mit Abgeordneten aus Landtag Bundestag und Europaparlament aber auch monatliche Stammtische.

Müllers weibliches Pendant ist die Ärztin Marion Koch die bei der Gründungsversammlung der GRÜNEN eintrat und sozusagen eine geborene Gerbrunner Grüne ist. Die 60jährige Marion Koch lebt seit 2007 in Gerbrunn. Ihr Interesse für Politik erwachte schon während ihres Medizinstudiums in Marburg. Damals so erzählt sie war links oder grün wählen oder sich gar zu den Grünen zu bekennen gesellschaftlich nicht anerkannt zu Demonstrationen gehen war ebenfalls verpönt erläutert Koch die sich selbst als eine der „jüngsten Alt-68er“ bezeichnet.

Die Kreisvorsitzende und Landtagskandidatin Kerstin Celina sieht in Gerbrunn gute Chancen bei der kommenden Kommunalwahl wieder Grüne im Gemeinderat zu begrüßen. "In Gerbrunn passiert zur Zeit kommunalpolitisch sehr viel" so Müller "bei Ortsentwicklung Energiewende und sozialpolitischen Themen wollen wir mitdiskutieren und auch mitentscheiden“. Der Ortsverband freue sich über Zulauf und bereitet schon jetzt eine Liste für die Kommunalwahl vor – Grüne und Interessierte seien willkommen.

Gerbrunn soll bunter werden

Anfang März wurde in Gerbrunn ein neuer Ortsverband der Grünen im Landkreis Würzburg aus der Taufe gehoben. Zusammen mit zwei Neumitgliedern wählten die Parteifreunde jeweils einstimmig als "Doppelspitze" Andrea Jeßberger (selbständige Trainerin) und Gerhard Müller (selbständiger Neuropsychologe) als Stellvertreterin Maria Dellert (Diplom-Sozialpädagogin).

Die Geburtshelfer waren die grünen Kreisräte Christoph Trautner (Eibelstadt) Kerstin Celina (Kürnach) und Günther Thein (Veitshöchheim) der Bezirksvorsitzende Martin Heilig (Würzburg) sowie die Würzburger Stadträte Michael Gerr und Patrick Friedl (Bundestagsdirektkandidat). Gleich zu Beginn seiner Tätigkeit gelang es dem neugewählten Ortsverband Hans-Josef Fell Mitglied des Bundestags für eine Veranstaltung am 27.3. in Gerbrunn zu gewinnen ebenso wie Barbara Lochbihler (Kandidatin Europaparlament Präsidentin von amnesty international Deutschland) für eine Veranstaltung am 16. Mai. "Der grüne Ortsverband Gerbrunn freut sich auf eine gute Zusammenarbeit mit allen demokratischen Parteien und Organisationen und möchte auf Veranstaltungen und auch einfach so mit interessierten Mitbürgern ins Gespräch kommen" so der neue Vorsitzende Gerhard Müller.

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