KV Würzburg - Land

Manfred Moras, Bibermanager des Landkreises Würzburg mit seinem Hund auf dem Arm

Der Kreisverband BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN hatte auch heuer wieder zu einer Biberführung eingeladen. Manfred Moras, erfahrener Naturschutzwächter und Bibermanager des Landkreises Würzburg, führte zum Sulzdorfer Bach, wo eine stattliche Biberburg zu bewundern ist. Die Biber haben hier in unmittelbarer Nähe zu Feldern und einem landwirtschaftlichen Fahrweg einen Teich aufgestaut.

Während die kleinen Teilnehmer großen Spaß an Manfred Moras` kindgerechten Ausführungen und den mitgebrachten Bibermodellen hatten, kamen die Erwachsenen, zu denen auch ortsansässige Landwirte und Jäger gehörten, rasch auf die Probleme zu sprechen, die die streng unter Naturschutz stehenden Biber verursachen. Dabei hat man in Sulzdorf die Wasserstandsregulierung gut gemeistert: ein Ablaufrohr durchstößt den Biberdamm, dabei verhindert ein Käfig um die obere Rohröffnung, dass die Biber diese zum Abdichten ihres Damms gleich wieder zustopfen (siehe Photo). So bleibt der Wasserstand des aufgestauten Teichs hoch genug für die Biberburg, aber Überschwemmungen der Felder bachaufwärts werden verhindert.

Anwesende Landwirte beklagten jedoch, dass die Biber bis zu 40 m lange unterirdische Gänge unter der Fahrstraße hindurch bis in die benachbarten Äcker bauen können, um Feldfrüchte wie Mais oder Raps in ihre Burg zu ziehen. Fährt man mit einem Traktor über solche Gänge, kann dieser einbrechen und den Fahrer gefährden. Manfred Moras stammt selbst aus einer Landwirtsfamilie und ist leidenschaftlicher Jäger. Er wies darauf hin, dass breites Ufergebüsch und Hecken entlang eines Bachlaufs nicht entfernt werden sollten: Biber, die hier ausreichend zartes Grün fänden, bräuchten sich nicht an den Feldfrüchten zu vergreifen.

Anders als beispielsweise in Baden-Württemberg muss bisher in Bayern kein festgelegter Mindestabstand bebauter Äcker zu Gewässern eingehalten werden. Das Volksbegehren zum Artenschutz forderte nur einen nicht ackerbaulich oder gärtnerisch genutzten 5m breiten Gewässerrandstreifen. Im Versöhnungsgesetz ist für staatliche Flächen auf 10m Randstreifen nun auch zusätzlich der Erhalt von Bäumen und Gebüsch gefordert.

Stellvertretend für viele Berufsgenossen wünschte sich einer der anwesenden Landwirte, dass Gewässerrandstreifen von staatlicher Seite zu einem fairen Preis aufgekauft werden sollten. Es sei nicht tragbar, wenn Landwirte den Eindruck hätten, für Naturschutzmaßnahmen enteignet zu werden.


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