KV Würzburg - Land

Über 50 Interessierte kamen zu der Veranstaltung „Rettet die Bienen, Insekten und Vögel“ in den Burkardussaal des Gasthauses Lamm. Kreisrat Sven Winzenhörlein stellte die Referenten vor und betonte die Wichtigkeit des Volksbegehrens, das besonders in Höchberg regen Anklang finde.

Rita Hasan vom Bund Naturschutz widmete sich vor allem den Schmetterlingen, die, wie die Bienen, durch die Monokulturen auf den Feldern in die Gärten der Siedlungen flüchten. Deshalb sei es wichtig, dass die Besitzer ihre Gärten an die Erfordernisse der Insekten anpassen und ihnen entsprechende Pflanzen anbieten. Das seien beispielsweise keine Geranien, sondern eher Brennnessel. Auch sollten in den Gärten Gemüsebeete zurückhaltend gedüngt werden, da die für die Schmetterlinge und Bienen wichtigen Pflanzen nur magere Böden vertragen. Pestizide, wie Glyphosat, seien in Gärten völlig unangebracht und diese sollten nicht zu aufgeräumt sein. In der Flur und in den Gärten sollte nicht zu oft gemäht werden, damit die Wildpflanzen ihre Samen für das nächste Jahr ausbringen können. „Englischer Rasen und besonders Kiesflächen sind Gift für Schmetterlinge, Insekten und Vögel, so Frau Hasan.

 

Der habilitierte Entwicklungsbiologe Dr. Robert Hock von den Grünen ging anhand von Statistiken auf den starken Rückgang der Insekten und Vögel ein und zeigte, dass durch die Ausdehnung der Siedlungsfläche immer mehr Wiesen in Ackerland umgewandelt werden, um das verlorene Ackerland zu ersetzen. Dadurch verlieren Vögel, Schmetterlinge und Insekten ihren Lebensraum. Landwirte würden dagegen von breiteren Feldrandstreifen mit Wildpflanzen profitieren, da die dort vermehrt auftauchenden Wildbienen die Bestäubung der Feldfrüchte wesentlich verbessern und den Ertrag für die Landwirte auch ohne Spritzmittel steigern würden. Er sprach sich für eine Ausdehnung von Brachland aus. Ein Problem sei ebenfalls die Straßenbeleuchtung während der Nacht. Er empfahl dringend, nur LED-Leuchten mit 3000 Kelvin Stärke und nicht solche mit 4000 Kelvin zu installieren, da erstere für Vögel und Insekten viel verträglicher seien. Abschließend wies Dr. Hock darauf hin, dass aus anderen Ländern und Erdteilen eingeschleppte Arten sowohl in der Tier- als auch der Pflanzenwelt großen Schaden anrichten können, was z.B. in Italien zu einer um die Hälfte verringerte Weinernte geführt habe.

 

Der Höchberger Imker Hans Schieberl schilderte die Situation der Bienen in unserem Ort. Er betonte dabei, dass viele Bienen wegen der ausgebrachten Pestizide nicht mehr in ihre Stöcke zurück finden. Auch würden die bestimmten Tageszeiten, zu denen Pestizide ausgebracht werden dürfen, nicht immer eingehalten. Im übrigen dankte er den Höchberger Grünen für die aus ihren Sitzungsgeldern geleistete Unterstützung der Imker. Er rief dazu auf, sich unbedingt in die Listen des Volksbegehrens einzutragen und bedauerte, dass die Imkerverbände bei den unterstützenden Verbänden nicht an prominenterer Stelle auftauchen.

 

In der äußerst lebhaften Diskussion nahm Walter Feineis von den Grünen die Höchberger Landwirte in Schutz, da sich diese auch im Rahmen des Runden Tisches Natur durchaus kooperationsbereit zeigten und mitgeholfen haben, eine ganze Reihe von Bienenweiden gut verteilt über die Höchberger Flur anzusähen. Dies sei teilweise sogar ohne finanzielle Unterstützung des Landwirtschaftsamtes geschehen.

 

 


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