KV Würzburg - Land

Luftbild des Gerbrunner Kirschbergs, Biotopfläche rot markiert

Unser Engagement für den Erhalt des Biotops am Äußeren Gerbrunner Kirschberg geht in die nächste Runde. Wir wollen so schnell wie möglich die notwendigen Unterschriften sammeln und damit ein Zeichen für den Gerbrunner Bürgermeister und Gemeinderat setzen . Das Bürgerbegehren soll die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an dieser bedeutsamen, sich auf Jahrzehnte auswirkenden Entscheidung sichern. Es soll dazu beitragen, das Biotop dauerhaft zu erhalten und eine neue Beteiligungskultur in der Gemeinde auf den Weg zu bringen.

Bitte helft mit, schnell die nötigen Unterschriften zu sammeln! Das Formular findet Ihr hier zum Donwload. Bitte gebt es ausgefüllt bei einer/m der in der Unterschriftenliste benannten Vertreter*innen ab. Achtung: Unterzeichnen dürfen nur wahlberechtigte Bürger*innen mit Hauptwohnsitz in Gerbrunn.

Bitte bleibt gemeinsam mit uns dran – damit das Biotop am Äußeren Gerbrunner Kirschberg erhalten bleibt!

Info-Telefon: 0931/2605472
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Pressemitteilung - Gerbrunn, den 4. März 2020

Biotop am Gerbrunner Kirschberg erhalten

Bürgerinnen und Bürger aus Gerbrunn haben ein Bürgerbegehren gestartet. Sie wollen damit verhindern, dass auf einer 1,3 Hektar großen Fläche in unmittelbarer Nähe zu Wohngebieten in Gerbrunn und Würzburg ein Industriegebiet entsteht. Die Unterschriftensammlung beginnt am 5. März.


Bürgerbegehren gegen Industriegebiet auf biotopkartier Fläche Die Gemeinde Gerbrunn plant auf einer 1,3 Hektar großen Fläche nördlich der Kitzinger Straße am Äußeren Kirschberg ein Industriegebiet „Am Kirschberg – Erweiterung IV“. Die Planungen für ein örtliches Unternehmen beinhalten neben einem Betriebshof mit Werkstatt und Tankstelle auch Möglichkeiten zur Lagerung von Aushubmaterial und Bauschutt sowie dessen weitere Verarbeitung durch Felsmeißel und eine Bauschuttrecyclinganlage unter freiem Himmel. Das überplante Gebiet ist als schützens- und erhaltenswertes Biotop kartiert und Teil des Biotopverbunds ‚Maintalhänge und Nebentäler südliches Würzburg‘.

„Viele Informationen sind erst im Zuge des Aufstellungsverfahrens ans Licht gekommen“, so Brigitte List-Gessler, die zusammen mit weiteren Gerbrunnerinnen und Gerbrunnern ein Bürgerbegehren für den Erhalt des Biotops initiiert hat. „Über den Verlust wertvoller Lebensräume hinaus befürchten viele von uns unkalkulierbare Umweltbelastungen in Form von Lärm, belastenden Stäuben und zusätzlichem Schwerlastverkehr – ganz abgesehen von der gravierenden Beeinträchtigung des Ortsbildes. Laut vorläufigen Planungsunterlagen soll der ca. 20 m aufsteigende Hang ohne Rücksicht auf die Topografie bis zu 15 m abgegraben und durch betonierte Schüttboxen befestigt werden“, so List-Gessler weiter. „Es gab eine Vielzahl sehr differenzierter Einwendungen und massive Bedenken, nicht nur von Trägern öffentlicher Belange, sondern auch aus der Bürgerschaft. Mit dem Bürgerbegehren wollen wir erreichen, dass die Bürgerinnen und Bürger mitentscheiden können, ob das Biotop dauerhaft erhalten bleibt oder ob hier in unmittelbarer Nähe zu Wohngebieten ein Industriegebiet entsteht.“

Lebensraum für zahlreiche bedrohte Arten

„Das Biotop am Äußeren Kirschberg ist Lebensraum für zahlreiche gefährdete und streng geschützte Tierarten wie Zauneidechse, Schlingnatter, Fledermäuse oder auch für Igel und Goldammer. Laut Arten- und Biotopschutzprogramm Bayern soll der lokal bedeutsame Trocken- und Magerstandort erhalten und optimiert werden“, ergänzt Beatrix Radke, zweite Vorsitzende der Ortsgruppe Bund Naturschutz und Mitinitiatorin des Bürgerbegehrens. „Mit dem geplanten Eingriff würde das Biotop zerstört, seine Lebensraumfunktion und die Funktion der Biotopvernetzung ginge verloren. Dabei zeigt die überdurchschnittlich hohe Beteiligung der Gerbrunner am Volksbegehren zum Erhalt der Artenvielfalt ‚Rettet die Bienen‘, dass den Menschen hier vor Ort Natur- und Artenschutz sehr am Herzen liegen.“

„Ein Umdenken ist erforderlich!"

Auch Dr. Klaus Hemprich, ebenfalls Mitinitiator des Bürgerbegehrens, ist überzeugt, dass der Verlust eines weiteren wertvollen Gerbrunner Biotops nicht hingenommen werden kann.Mit seinen 80 Jahren hält er ein Umdenken in der Gemeinde für dringend erforderlich: „In den letzten Jahren wurde bereits viel wertvoller Lebensraum geopfert. Ein ‚Weiter so‘ geht nicht. Zur Sicherung der Artenvielfalt müssen wir dieses bedeutsame Biotop dauerhaft erhalten. Zumal das Gebiet klimatische Ausgleichsfunktion für die umliegenden Siedlungs- und Verkehrsflächen besitzt! Noch bis vor kurzem war uns allen nicht bewusst, mit welcher Dringlichkeit wir den Klimawandel stoppen müssen, um die Natur um uns herum und unsere Lebensgrundlagen zu erhalten.“

Breite Unterstützung für das Bürgerbegehren

Am 5. März beginnt die Sammlung der Unterschriften. Weitere Mitunterzeichnende sind Bezirks- und Kreisrat Gerhard Müller, Riad Bauch und Eva Kreß. Auch der Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen, der Bund Naturschutz und die örtliche Bürgerinitiative gegen das Industriegebiet unterstützen das Bürgerbegehren.

Nachdem in den vergangenen Jahren in Gerbrunn immer mehr Grünflächen verschwunden sind, wünschen sich die Beteiligten vor allem eins: Dass das artenreiche Biotop direkt vor ihrer Haustür am Äußeren Kirschberg auch für künftige Generationen als wertvoller Lebensraum erhalten bleibt und als Teil eines grünen Bands die Würzburger Lehnleite mit dem Gerbrunner Haslachtal verbindet.

Entscheidung zum Ratsbegehren der grünen Fraktion auf nach der Wahl vertagt

Eigentlich war erwartet worden, dass der Gerbrunner Gemeinderat in seiner Sitzung am 2. März über ein Ratsbegehren zum geplanten Industriegebiet entscheidet. Durch ein Ratsbegehren kann der Gemeinderat von sich aus die Bürgerinnen und Bürger an wichtigen Entscheidungen beteiligen und einen Bürgerentscheid initiieren. Eingebracht hatte den Antrag die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen bereits am 3. Februar. Doch trotz rechtzeitiger Beantragung, großem öffentlichen Interesse und vier Wochen Zeit hatten sich Bürgermeister Stefan Wolfshörndl und die Mehrheit der Gemeinderatsmitglieder von SPD, CSU und FWG nicht in der Lage gesehen, sich dazu eine Meinung zu bilden. Stattdessen soll dieses wichtige Thema erst in einer Sondersitzung am 23. März behandelt werden, acht Tage nach den Kommunalwahlen.

„Es ist demokratisch sehr zweifelhaft, wenn ein neuer Gemeinderat bereits gewählt ist und ein so wichtiges Thema eine Woche nach der Wahl, dann aber in alter Besetzung, entschieden werden soll“, so Brigitte List-Gessler. „Dabei hätte der alte Gemeinderat mit einem einfachen Ja oder Nein zum Ratsbegehren vor der Wahl problemlos für Transparenz sorgen können, wie die Gruppierungen zur Bürgerbeteiligung stehen. Deshalb nehmen wir es jetzt selbst in die Hand und gehen zusammen mit den Grünen, dem Bund Naturschutz und der örtlichen Bürgerinitiative mit dem Bürgerbegehren voran.“

Für das Bürgerbegehren

Brigitte List-Gessler     Beatrix Radke     Dr. Klaus Hemprich

 


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