KV Würzburg - Land

Seit Langem gibt es ein Thema in Estenfeld, welches kontrovers diskutiert wird. Die Meinungen sind sehr verschieden. Wir Grünen in Estenfeld stehen für Offenheit, Transparenz und den Austausch. In der Gemeinderatsitzung am 10.03.2020 (vor der Neubesetzung) wurde der Öffnung der Hoegnerstraße zur Würzburger Straße zugestimmt. Die Pläne, Änderung des Bebauungsplans und Gutachten lagen im Rathaus aus. Eine Stellungnahme war bis 30.06.2020 möglich.


Hier findet Ihr unser Statement zum Thema:

 
Sehr geehrte Damen und Herren,
 
der Ortsverband Bündnis90/Die Grünen Estenfeld nimmt zur oben genannten Bekanntmachung 4. Änderung des Bebauungsplans „Westlich der Konrad - Adenauer - Straße“ und der zusätzlichen Informationen (4. Änderung Begründung, Artenschutz, Schallgutachten, Bekanntmachungen) wie folgt Stellung: In der Gemeinderatsitzung am 10.03.2020 wurde erneut über die Änderung des Bebauungsplans entschieden. Verständlich ist, dass die Gemeinde dieses lange währende Thema zum Abschluss bringen möchte. Wenn man jedoch, von der langen Historie abgesehen, die heutige Situation neutral betrachtet, ergibt sich folgendes Bild.
 
Schallgutachten und Verkehrszählung:
Eine Entlastung der Adenauerstraße wurde bereits durch den Bau des Westrings geschaffen. Die Planungen neuer Baugebiete wurden immer mit verkehrsberuhigten Straßen und Sackgassen durchgeführt. Aus den erstellten Gutachten der Verkehrszählung ergibt sich nur eine Verschlechterung der Situation in der Hoegnerstraße. Sowohl, was die Anzahl Fahrzeuge betrifft als auch den Geräuschpegel. Vor allem hier sehen wir das Gutachten als kritisch zu bewerten an. Die Schätzung für die Veränderungen am Tag und einem Anstieg von 1db liegt noch unterhalb des zulässigen Grenzwerts. In der Nacht jedoch wird der Grenzwert mit 49db exakt erreicht. Vor allem die Messpunkte IP01 und IP09 sind davon betroffen.
Da dies Berechnungen/Schätzungen sind: Was passiert, sollte dieser Grenzwert tatsächlich überschritten werden? Außerdem stellt der heute vorzufindende Grüngürtel aus Bäumen und Sträuchern einen natürlichen, nicht zu unterschätzenden Schutz vor Lärm und Feinstaub dar.
 
Anbindung Würzburger Straße, Radweg und Planungen
Durch die Änderung des Bebauungsplans ergeben sich drei Öffnungen in den Ort auf kürzester Entfernung. Dies führt für den laufenden Verkehr, aber vor allem für den in beide Richtungen befahrbaren Radweg zu einem erhöhten Unfallrisiko, da abbiegende Fahrzeuge von der Würzburger Straße gleich dreimal hintereinander erhöhte Vorsicht zeigen müssen. Zusätzlich ist die geplante Ausfahrt direkt an der Würzburger Straße für die Anwohner*innen im Kreuzungsbereich Hoegnerstraße nur unter erschwerten Bedingungen befahrbar. Darüber hinaus stellt die Bushaltestelle eine weitere Verengung/Gefährdung dar.
 
Anwohner*innen
Durch die mittlerweile als Wohngebiet ausgewiesene Bebauung und die beruhigte Lage in einer Sackgasse besteht hier besondere Familienfreundlichkeit. Die Mehrgeschossbauten werden hauptsächlich von Familien mit Kindern bewohnt. Der Weg zur Schule, Kindergarten etc. ist im verkehrsberuhigten Bereich deutlich sicherer, als in einer Durchgangsstraße. Hier würde durch den Durchstich eine signifikante Mehrbelastung entstehen.
 
Ökologie, Umwelt
Auch wenn das Artenschutzgutachten keine „Besonderheiten“ bzw. schutzwürdige Population nachweisen kann, wir haben hier eine über Jahre gewachsene Vegetation. Gerade in Zeiten der Erderwärmung und des Klimawandels muss uns jeder bestehende Baum wichtig sein. Ersatzpflanzungen sind heutzutage selten von Erfolg gekrönt. Selbst wenn es gelingen sollte, dauert es mehrere Jahre, bis ein adäquater Ersatz gewachsen ist. Und dann an anderer Stelle.
Wir möchten an dieser Stelle explizit darauf hinweisen, dass die Zeiten der autofreundlichen Planungen in Ortschaften vorbei sind. Mobilitätsplanungen sollten immer ganzheitlich sein und alle Bedürfnisse berücksichtigen! Bei der jetzt vorliegenden Planung sind beispielsweise Radfahrer, Radwege und Fußgänger sowie die Anbindung ÖPNV/ Bushaltestelle wenig bis gar nicht berücksichtigt.
 
Ortsgestaltung
Zu guter Letzt wollen wir noch die bereits in Planung befindlichen Entwicklungen beleuchten.
Würzburger Straße – eine Sanierung ist mittelfristig unabdingbar und damit verbunden eine Umgestaltung, Beruhigung und sicher auch Begrünung. Welchen Sinn macht es, bestehende Bäume zu entfernen, um diese dann aufwändig in den nächsten Jahren entlang der Würzburger Straße neu zu pflanzen?
Kindergarten Hoegnerstraße – auch hier müssen wir uns fragen, wie eine attraktive Verkehrssituation zu schaffen ist, direkt am Kreisverkehr und mit Anbindung an die Hoegnerstraße versehen. Hier ist ein übergreifendes Konzept Westring, Würzburger Straße, Hoegnerstraße, Adenauerstraße zwingend notwendig.
Gerade in der jetzigen Situation muss sich die Gemeinde auch fragen, für welche Projekte und Maßnahmen Gelder zur Verfügung gestellt werden sollen.
Zusammenfassend empfiehlt der Ortsverband Bündnis90/Die Grünen Estenfeld,  diesen Beschluss des Gemeinderats noch einmal neutral, unter Berücksichtigung der heute bekannten Fakten und ohne Beeinflussung durch langjährige Emotionen neu zu betrachten und den Beschluss in der jetzigen Form nicht umzusetzen.
 
Vielen Dank,
 
Mit freundlichen Grüßen
 
GR Julia Klafke-Fernholz und GR Thomas Herr
Vorsitzende Bündnis90/Die Grünen OV Estenfeld

Newsletter abonnieren

captcha 
Ich akzeptiere die Nutzungsbedingungen

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.