KV Würzburg - Land

Der Gemeinderat beschließt, für eine der beiden nächsten Gemeinderatssitzungen folgenden Tagesordnungspunkt aufzunehmen: „Gemeinsames Gespräch mit der Inhaberin der Trend-Galerie mit dem Ziel, konkrete Maßnahmen zu beschließen, um den in der Heinrich-Brüning-Straße gelegenen Laden und Treffpunkt im Interesse der Kürnacher*innen weiterzuentwickeln.

(Antrag für den Gemeinderat 23.1.2020)

Begründung:

Mit dem Ziel, die wohnortnahe Versorgung mit den Gütern des täglichen Bedarfs zu erleichtern, wurden und werden in ganz Deutschland Dorfläden gegründet. In dem „Leitfaden zur Gründung eines Dorfladens“ der Bayerischen Staatsregierung aus dem Jahr 2016 heißt es einleitend auf Seite 8 „Getrieben von der zunehmenden (Auto-)Mobilität der Bevölkerung, steigendem Wohlstand und hartem Wettbewerb hat sich in den letzten Jahrzehnten ein erheblicher Strukturwandel im Lebensmitteleinzelhandel vollzogen. Die Zahl der Verkaufsstellen ist dabei stetig zurückgegangen, ihre durchschnittliche Größe hat zugenommen. Den Konsumenten steht insgesamt eine größere Auswahl an Produkten zur Verfügung als jemals zuvor. Gleichzeitig hat sich die Versorgung vor Ort – die Nahversorgung im engeren Sinne – gerade in kleineren Ortschaften, aber auch in Stadtteilen zunehmend ausgedünnt. Dies wird von einer steigenden Anzahl von Bürgern als Problem angesehen, da damit ein Verlust an Lebensqualität für alle Bürger, insbesondere aber auch immobile Bevölkerungsteile einher geht (siehe auch StMWi-Broschüre Nahversorgung in Bayern 2011)“.

 

Die Entwicklung hin zu großen, außerhalb bzw. am Rande des Ortes gelegenen Einkaufsmärkten, die gut mit dem Auto und schlecht zu Fuß erreichbar sind, ist auch in Kürnach festzustellen: im Innerort haben in den letzten Jahren der fußläufig erreichbare Edeka sowie die Apotheke und die Bäckerfilialen geschlossen. Wie es in der Broschüre der Bayerischen Staatsregierung treffend heißt, bedeutet der Verlust an Nahversorgung einen Verlust an Lebensqualität, insbesondere für immobile Bevölkerungsgruppen wie alte und kranke Menschen, aber auch für die ganze Dorfgemeinschaft. Ein Dorf oder auch ein Stadtteil verliert mit dem letzten Händler seinen Lebensmittelpunkt, bei dem man sich täglich trifft.

 

In den letzten Jahren haben Bürgermeister, Gemeinderäte und Bürger in vielen Orten Initiativen ergriffen, um einen Treffpunkt zur Deckung des Grundbedarfs zu etablieren. In Kürnach sind wir schon einen Schritt weiter: Wir haben eine ortsansässige Bürgerin, die sich schon seit Jahren engagiert, wir haben einen Ort, an dem ein entsprechender Laden mit viel Eigeninitiative eingerichtet wurde, und wir haben 920 Menschen, die sich im Laden für einen Fortbestand dieses Projektes mit ihrer Unterschrift eingesetzt haben. Alles zusammen bedeutet das, dass es ausreichend Gründe gibt, sich im Gemeinderat mit der Trend-Galerie Inhaberin gemeinsam zu diskutieren, wie das Projekt weiterentwickelt werden kann, getreu dem Motto „Nicht übereinander reden, sondern miteinander reden.“


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