KV Würzburg - Land

„Bildung integriert“- Besuch aus dem Bundestag

Nilgün Karakaya (37) eine türkische stämmige und selbständige Apothekerin aus Würzburg hat es geschafft! Sie führt mit einem deutschen Kollegen eine Apotheke in der Würzburger Semmelstrasse. Für Beate Walter-Rosenheimer grüne Bundestagsabgeordnete aus Fürstenfeldbruck und ihren deutsch-türkischen Referenten Mücahit Tunca eine wichtige Station auf deren unterfränkischer „Integrations-Tour“ die sie in Begleitung ihrer grünen Gastgeber MdL Kerstin Celina (Kürnach) und Bezirksrat Gerhard Müller (Gerbrunn) zu einer bemerkenswerten Frau führten. „Frau Karakayas Eltern kamen 1969 aus einfachen Verhältnissen aus der Türkei nach Deutschland sie hat Abitur gemacht und studiert das ist eine Erfolgsgeschichte mitten unter uns!“ schwärmte die Politikerin. „Wir drei Kinder wollten nicht in die Türkei zurück“ erzählt die erfolgreiche Klein-Unternehmerin also waren wir auf dem Würzburger Röntgengymnasium lange die Exoten. Auch an der Universität war sie die einzige Studentin „von hier“ mit türkischem bzw. ausländischem Namen. Für die Approbation brauchte sie einen deutschen Pass musste also den türkischen Pass abgeben.

„Trotz der Geburt in Deutschland und des deutschen Passes fühle ich mich immer noch als Ausländerin“ sagt sie in perfektem Hochdeutsch. „Beinahe hätte ich für den Pass einen deutschen Sprachkurs machen müssen es wurde mir aber erst nach Vorlage des deutschen Abiturzeugnisses erlassen“ bemerkt die sympathische Apothekerin schelmisch.

Da sie weiter zuhause bei ihren Eltern in Würzburg wohnen wollte fuhr sie jahrelang nach Oberelsbach in die Rhön wo sie nach dem Studium als Filialleiterin arbeitete. Die Eltern freuen sich über Erfolg der Kinder. „In Deutschland hat man tolle Möglichkeiten für eine gute Ausbildung man muss sie aber auch nutzen“ schreibt sie ihren türkischen Freunden ins Stammbuch.

In der lockeren Runde stellte sich schnell heraus dass auch die grünen Mandatsträger Walter-Rosenheimer und Müller der selbst auch eine Firma mit einem Partner führt die ersten Akademiker in ihren Familien waren. „Die Bildungsreform der 70er Jahre hat uns geholfen eine gute Ausbildung zu machen“ sagt der Bezirksrat der Frau Karakaya als Kunde schätzen gelernt hat. „Woran liegt es dass viele Migranten die Chancen nicht nutzen“ fragte Kerstin Celina und Bundestagsreferent Mücahit Tunca der in Istanbul studiert hat bevor er nach Deutschland kam bestätigte dass das Interesse an der Uni oft geringer ist als das Interesse an Führerschein und Heiraten. „Na ja das war bei mir anders“ lächelt Frau Karakaya und bedankte sich über die „unerwartete Kundschaft“ in ihrer Apotheke.


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